Montag, 7. Juni 2010

Regierung und Regulierung – Teil 1 und Monsterwellen und das Unschärfeprinzip in der Finanzwelt – Teil 2

Regierung und Regulierung – Teil 1

Krise, Krise über alles….
Die Finanzkrise und die sich daraus ergebenden anderen Krisen wie die Wirtschaftskrise, die Schuldenkrise, die Staatsfinanzenkrise, die Euro-Krise, die Marktwirtschaftskrise oder die „was auch immer Krise“ lassen einige Zeitgenossen zu der Aussage verleiten, dass die Entwickler dieser Krisen Räuber, Betrüger oder Bankster seien. Wir leben in einer realen virtuellen Geldwelt und die Regierungen der Welt haben nicht verstanden, dass es für derlei Aktivitäten einer neuen, erweiterten Gesetzgebung bedarf, um den Spieltrieb der Händler, Investmentbanker, Equity- und Hedgefondsmanager zu zügeln. Zügel, die es in der Güter- und Dienstleistungswelt selbstverständlich für jeden gibt, um das Übervorteilen von Marktteilnehmern zu beschränken.

Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?
Ein Bankräuber, der in einer Bankfiliale „Geld oder Leben“ ruft und einen Beutel Geldscheine mitnimmt, wird selbstverständlich verurteilt. Drei Groschen für die Oper sollte er auf jeden Fall mitnehmen. Wir haben aber keine Vorstellung davon, wenn Insider per Mausklick täglich Milliarden im elektronischen Raum umherkreisen lassen und sich diese Gelder quasi im Nichts auflösen. Wir wissen aus der Physik, dass sich Masse und Energie nicht in Nichts auflösen, sondern sich bei entsprechender Beeinflussung nur die Aggregatszustände verändern.

Soll Manipulation strafbar sein?
In der virtuellen Geldwelt kann man nicht ohne weiteres von Gangstern, Räubern, Betrügern reden, da die Dinge nicht mehr so einfach sind, wie in der realen Geldwelt. Liegt denn Vorsatz, Notstand, Boshaftigkeit oder unlauteres Handeln vor, wenn virtuelle Spieler oder gar nur die Computerprogramme selbst die Kurven der Charts beobachten und daraus ihre Vermutungen ableiten?
Ist es verboten, Marktteilnehmer durch Sprachverwirrung zu verführen? Sind die Nutzung von Adjektiven, Adverbien, Präpositionen und/oder deren Stellung im Satz und/oder in einem zielgerichteten Gesamtkontext strafbar? Auch wenn das Ziel lautet, der Habe der Menschen leibhaftig werden zu wollen?
Um die Verbrechen, die diese Leute begehen, zu verstehen und verurteilen zu können und verurteilen zu wollen, müssen wir bereit sein, uns von den Denkmustern für herkömmliche Verbrechen zu lösen.

Ein neuer Name für ein neues Verbrechen
Zunächst müssen wir den Tätigkeiten einen Namen geben, sagen wir „Geldtransformationen“. Diejenigen, welche diese Tätigkeiten ausüben, nennen wir demnach „Geldtransformatoren“. Solange diese „G-former“ oder „M-former“ (M für money) sich damit herausreden dürfen, dass sie nicht wissen können, dass ihre individuellen Handlungsweisen der Transformation von Millionenbeträgen im Sekundentakt, sowie die Kreation von Derivaten wie CDO oder CDS und deren Mutationen zu systemrelevanten, nachteiligen Veränderungen der Märkte führen können, solange wird man deren Tun mit dem Strafrecht oder Zivilrecht nicht habhaft werden können.

Ist der Amokfahrer Schuld an der Amokfahrt oder sind es die Umstände?
Das ist in etwa so, wie wenn ein Autofahrer regelmäßig mit 200km/h durch die Innenstadt fährt und es passiert 100 Mal nichts. Beim nächsten Mal läuft plötzlich eine Gruppe von 20 Kindern auf die Straße und es passiert das, was sich keiner vorstellen möchte: 7 Tote, 8 Verletzte. Der Autofahrer wird fragen: „Was machen denn die Kinder auf MEINER Straße? Das war ein unvorhersehbares Ereignis!“
Sollte man den Autofahrer deshalb nicht bestrafen dürfen, weil er nicht absehen konnte, dass Kinder in der Nacht auf SEINER Straße laufen? Und muss nicht jeder, der sich in einer Risikozone aufhält, damit rechnen, dass er Risiken zu tragen hat?
Nun wissen wir, dass der Autofahrer wegen des schweren Unfalls und wegen verantwortungslosen Verhaltens verurteilt werden kann, wenn ihm das zu schnelle Fahren nachgewiesen wird. Er könnte aber bereits auch ohne Unfall wegen Raserei bestraft werden.

Raserei im Finanzmilieu ist erwünscht
Im Finanzmilieu ist Raserei erlaubt. Wenn der „G-former“ einen Unfall baut, wird er in Watte gepackt und gerettet. Seine Opfer bleiben am Straßenrand liegen, ob als Zwangsenteignete des Eigenheims, Arbeitslose oder den Ersparnissen Beraubte.
Warum werden die „G-former“ nicht wegen Raserei auf der Geldautobahn bestraft? Warum gibt es keine Verkehrskontrollen im Finanzraum? Warum führt man keine Maut ein, um Geldströme zu lenken? Es gibt keine Geschwindigkeitskontrollen. Jeder darf so schnell fahren, wie er möchte - wie er muss. Denn wer nicht schnell genug fährt, kann eine Menge Geld verlieren. Daher ist die Raserei im virtuellen Raum auch der Normalfall.
Was würde passieren, wenn wir keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Straßen hätten?
In der „G-former“-Welt ist Rücksichtslosigkeit geradezu Pflicht. Es gibt eine oberste Priorität: „Investiere das Geld - und mache Gewinn, koste es was es wolle.“

Geschwindigkeitskontrolle durch Finanztransaktionssteuer
Daher bedarf es einer Geschwindigkeitsbegrenzung im Transformationszirkus der Geldakrobaten. Eine Finanztransaktionssteuer („Tobinsteuer“ oder „Tobingebühr“) könnte den virtuellen Geschwindigkeitsrausch wahrscheinlich bremsen. Straßenplaner lassen an Gefahrenstellen Leitplanken aufstellen, um mögliche Unfälle glimpflicher ausgehen zu lassen. Diese Leitplanken würden in der Finanzwelt „Regulierung“ heißen.

Führen die Regierungen REGIE?
Aber Regulierung und Regierung sind in vielfacher Weise unglücklich miteinander verwoben. Im Wort Regierung steht REGIE am Anfang. Wir wissen aus der Filmbranche, dass der Regisseur das Zepter in der Hand hat. Natürlich werden Produzenten, Drehbuchautoren, Schauspieler, Kameraleute und all die anderen Mitgestalter eines Films versuchen, ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen oder gar durchzusetzen. Aber der Regisseur ist der Chef im Ring. Er hat die Aufgabe, aus der Summe der Teile ein Ganzes zu gestalten und wenn ein Film besonders gut werden soll, ein Kunstwerk zu schaffen.
Regie führen im Finanztheater aber schon lange nicht mehr die REGIErungen.

Erleuchtung für die REgierungen?
Mythologisch geht es in den Regierungen sicherlich nicht zu, auch wenn wir nur die erste Silbe betrachten: RE – der Sonnengott der Ägypter. Immerhin haben uns der Pharao Chafre (Chefren, um 2.550 v.Chr.) und dessen Nachfolger bleibende Werte geschaffen, von denen die Ägypter und der Rest der Welt noch heute profitieren. Die Pyramiden sind nachhaltige Monumente für eine Blütezeit. Die Hoffnung auf Erleuchtung der heutigen Regierungen habe ich noch nicht aufgegeben. Die Nutzung der Sonnenenergie zum Wohle der Menschheit ist ein wichtiges Ziel.

Sind ReGIERungen gierig?
Die zweite Silbe trifft heutzutage den Nagel eher auf den Kopf, wenn wir die ReGIERungen näher betrachten. Denn Gier ist nicht nur eine Eigenschaft von mysteriösen Investmentbankern, sondern auch von unseren Volksvertretungen. Betrachten wir nur die Vielfältigkeit der Steuersammlungen und Abgabensysteme, die zur Volksbeglückung beitragen sollen.
Die „G-former“ behaupten genauso wie die Regierungen, dass das Abschöpfen von Geldern nur zum Wohle des Volkes erfolgt. Jede Zange hat nun mal zwei Seiten. Die Gekniffenen sind die breiten Massen.

Sozialismus und Liberalismus
Reiche Menschen betrachten Steuern und Abgaben als eine Begleiterscheinung von Sozialismus und als Beschränkung der Freiheit der Entfaltung des individuellen wirtschaftlichen Handelns. Das Abschöpfen des Volksvermögens durch Transformationsgebühren und –verluste der „G-former“, haben schon lange Ausmaße einer Besteuerung angenommen. Das nennen die gleichen Leute aber Liberalismus oder Marktpreise. Seltsamerweise werden sogar die Rettungspakete der Regierungen als weitsichtige, die freie oder soziale Marktwirtschaft rettende, Entscheidungen betrachtet. Die Wettbüros sollen schließlich nicht geschlossen werden müssen. Es sollen nur die Risiken, die der Neoliberalismus mit sich gebracht hat, in die Zukunft verlagert und vergesellschaftet werden.
Natürlich ist es seltsam, dass die Menschenmassen lieber ihr Geld zu den „G-former“ hintragen, damit diese das sauer verdiente Geld versorgen und umverteilen, als dem Staat – trotz seiner Schwächen – seinen Obolus zu geben, damit das Gemeinwohl gefördert werden könnte.

Geld – der Leim der alles zusammenhält
Das transformierte Geld ist demnach die Transglutaminase der modernen Finanzindustrie. Die Restrukturierung von Fleischresten durch Enzyme, ist vergleichbar mit der Erhaltung des derzeitigen Finanzsystems. Der Leim ist frisch gepresstes Geld und Garantien der Regierungen.
Haben Sie Zweifel? Dann fragen Sie nach, wie viele ehemalige Investmentbanker heute in den Finanz- und Wirtschaftsministerien und in anderen Verwaltungen sitzen und wer die Regierungen bei den Rettungspaketen beraten hat. Fragen Sie, wer Gesetzesentwürfe vorbereitet. Man braucht schließlich Sachverstand. Der wird leider zu oft mit Lobbyismus gleichgesetzt. So genannte Bedenkenträger haben bei den wichtigen alternativlosen Entscheidungen keine Stimmen.

Regulierung und Klärwerke
Bringen wir die Re-GULI-erung auf den Punkt: Wenn die Regierungen die Regulierung wie bisher den Gulli runterspülen, wird diese weiterhin in den Klärwerken („Ratingagenturen“) der Finanzindustrie gereinigt. In dieser Finanzkloake wird das „UL“ heraus gewaschen und der Rest der „Regierung“ frisch gereinigt übergeben.
Die Regierungen geben vor, das Volk und das Geld des Volkes zu schützen, dabei werden aber überwiegend die Interessen der Finanzindustrie und deren aristokratische Ausprägungen geschützt. Es wird behauptet, dass die Rettung der virtuellen Finanzwelt unabdingbar war und ist, um den Zusammenbruch der realen Wirtschaftswelt zu verhindern. Es wird behauptet, dass es notwendig ist, dass für 1 real produzierten Euro, 30 bis 40 virtuell erzeugte Euro erforderlich seien, damit der 1 reale Euro überhaupt existiert.

Die moderne Finanzindustrie versorgt uns mit Krebs
Man kann genauso gut behaupten, dass ein Mensch Krebs braucht, um existieren zu können. Darf der Mensch demnach nur existieren, wenn er Krebs hat? Der Krebs der Finanzindustrie ist nicht notwendiger Teil sinnvollen wirtschaftlichen Handelns. Entschleunigen wir das Wachstum der Krebsgeschwulst, die uns in Form von Derivaten immer neue Krankheitsbilder serviert.
Die Regierungen haben Angst, den Krebs herauszuschneiden, weil ihnen von interessierten Kreisen eingeredet wird, dass der Organismus – die Marktwirtschaft – ohne den Krebs nicht überleben wird. Die Krankheit selbst darf die Therapie bestimmen. Moderne Zeiten.

Monsterwellen und das Unschärfeprinzip in der Finanzwelt – Teil 2

Der atlantische Finanztsunami
Müssen wir uns auf die dritte – natürlich vollkommen unvorhersehbare – Krisenwelle vorbereiten? Scheinbar unaufhaltsam führen die Finanztsunamis zu gewaltigen Überschwemmungen. Die erste Monsterwelle („Finanzkrise“) schwappte von den USA über den Atlantik und wird nach den phonetischen Sprachlauten der Erstsilben des Katalysators „LEhman-BROthers“ „Lepra-Welle“ genannt.
Diese Welle hat bis heute nicht aufgehört, seine zerstörerischen Wirkungen zu entfalten. Der Druck dieser Welle wirkte bis ins Mittelmeer hinein, türmte dort weitere Wassermassen auf und traf die europäische Landmasse zunächst in Griechenland.

Staatsfinanzen und griechische Mythologie
Betrachtet man die Tiefen der griechischen (=hellenischen) Mythologie, wird aus dem Meer der Geschichte erstaunliches an Land gespült. Hellen gilt als Urahn der griechisch sprechenden Menschen. Er war der Sohn von Deukalion und Phyrra, die als einzige eine große Sintflut überlebt hatten. Phyrra war die Tochter von Epimetheus und Pandora.
Die Büchse ist offensichtlich noch offen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Diese zweite Monsterwelle („Staatsfinanzenkrise“) wird daher auch „Pandora-Welle“ genannt. Mittlerweile wurden große Teile des südlichen Europa von der „Pandora-Welle“ erfasst.
Da diese sich aber auf der iberischen Halbinsel mit der „Lepra-Welle“ vereinigt hat, wird nun die Kraft der beiden Wellen wie ein Sturm über ganz Europa hinwegrauschen. Wer und was dabei alles unter Wasser geht, ist noch nicht ausgemacht. Manch eine Regierung wird ganz sicher baden gehen.
In der EU fröstelt man bereits, da die Wassertemperatur sehr niedrig ist. Der Sprachgebrauch gegenüber den Finanzhaien, die in den Wellen das große Fressen veranstalten, ist zwar etwas abgekühlt. Es werden aber massenhaft Rettungsringe zu den Haien geworfen. Man hegt sozusagen die Vorstellung, dass man mit einer Flutung (mit Geld) der Überschwemmung (von schlechten Produkten) Herr werden kann.
Derweil hören wir weiter auf die Sirenengesänge der Finanzindustrie…

Neue Aggregatszustände des Geldes
Die neuen Aggregatszustände des Geldes werden aktuell im Wesentlichen durch frisches Geld, Bürgschaften und Garantien der Staaten bestimmt. Diese Umschichtungsorgie von den Banken und Finanzinvestoren hin zum Steuerzahler hat bereits zweimal funktioniert und wird sehr, sehr lange andauern. Man hat den Eindruck, als ob die Reichen dieser Welt es in nur zwei Wellen schaffen, die ihnen in den letzten Jahrzehnten mühevoll durch Steuern und Abgaben abgeschöpften Mittel, wieder auf ihre Seite der Bilanz zu übertragen.

Jeder von uns ist stolzer Besitzer von Staatsanleihen
Wir, das Volk, werden auf diese Weise unfreiwillige Besitzer von Staatsanleihen mit der Garantie auf Teilverlust der Werte. Dafür dürfen wir auch noch Steuern zahlen. Und natürlich Zinsen. Verstehen Sie das Prinzip?
Griechenland muss laufend Anleihen zurückbezahlen an derzeitige Gläubiger wie Banken und Finanzinvestoren. Griechenland hat aber kein Geld, womit die derzeitigen Gläubiger auf ihren Anleihen sitzen bleiben würden. Nun kommen die Staaten - in Deutschland in Form der KfW-Bank - und kaufen neue Anleihen der Griechen. Nun bezahlen diese die fälligen Anleihen. Die Altgläubiger erhalten 100% der Anleihenbeträge zurück. Wir Steuerzahler haben jetzt die schlechten Anleihen im Portfolio. Aber wer gibt der KfW das Geld zum Kauf der Anleihen?
Natürlich DIE Banken und Finanzinvestoren, welche die faulen Anleihen nun gegen Anleihen mit Staatsgarantie der noch soliden EU-Staaten oder der EU selbst getauscht haben. Anstatt mindestens 30% ihres Staatsanleihen-Anlagevermögens abschreiben zu müssen, erhalten Sie sogar noch gute Zinsen. Und Griechenland zahlt weiter Zinsen, die das Land gar nicht erwirtschaften kann. Die Umschuldung tragen die Steuerzahler. Das ist Finanzarithmetik in höchster Vollendung. Zumindest aus Sicht der Finanzjongleure.

Die „Büchse der Pandora“ für die Volksseele
Wenigstens können wir sicher sein, dass wir als Gegenleistung für die Rettung der Banken und der Finanzinvestoren einen großen Geschenkkorb aus der „Büchse der Pandora“ erhalten:
Kürzung von Bildungs- und Forschungsausgaben, Kürzung von Sozialleistungen, Erhöhung von Sozialversicherungsbeiträgen, Erhöhung von Steuern und Abgaben. Lauter tolle Leckereien zum Wohle des Volkes. Es wird uns versichert, dass ansonsten alles noch viel schlimmer gekommen wäre. Gibt es etwa noch eine zweite Büchse der Pandora, von der wir nichts wissen?

Verwalter statt Gestalter
Politiker, Banker, Investoren und Finanzwissenschaftler werden mir den Vorwurf machen, dass meine Argumente polemisierend wirken. Nun, das sollen sie auch. Die Regierungen vermeiden aus mir unerklärlichen Gründen den Meinungsstreit mit der Finanzwelt. Sie agieren wie zahnlose Tiger und lassen sich auf der Nase herumtanzen. Regierungen sind vom Gestalter zum Verwalter degradiert. Künftigen Generationen wird deren Gestaltungsspielraum genommen. Das Handeln der Regierungen von heute ist von wenig Verantwortung geprägt.

Das Unschärfeprinzip des Geldes
Die Finanzindustrie kann man gut mit der Quantenmechanik und einem ihrer Grundprobleme vergleichen. 1927 formulierte Heisenberg mit seinem Unschärfeprinzip, dass es grundsätzlich unmöglich ist, Ort UND Impuls bzw. Energie UND Zeit eines Teilchens bzw. Wellenpakets genau zu bestimmen. Anders formuliert: Bei einem Quantenobjekt kann man in jedem Moment sagen, wo es ist oder wie schnell es sich bewegt, aber nicht beides zugleich.

Übersetzt auf die Finanzindustrie wissen sie, dass sich ihr Geld sehr schnell bewegt. Im selben Moment, wo sie es den Finanzzauberern anvertraut haben, ist es bereits an einem anderen (un-) bestimmten Ort. Am Computer verfolgen Sie weiter, wo es jetzt – genau jetzt – ist, um Augenblicke später festzustellen, dass es da gar nicht mehr ist. Ihr Geld ist da und dort und bewegt sich weiter – sehr schnell. Ihr Geld ist Energie. Zeit ist Geld. Durch die Bewegungsenergie des Geldes werden einzelne Teile herausgelöst. Denn Energie kostet Geld. Irgendwann beschleicht sie das Gefühl, dass all die hektische virtuelle Bewegungsenergie des Geldes dazu führt, dass ihr Geld weg ist. Nein, nicht weg – es hat nur den Besitzer gewechselt. Nun wissen sie, wo ihr Geld ist – wahrscheinlich nicht mehr bei ihnen. Das ist das Unschärfeprinzip des Geldes.

Ein Postulat der Finanzindustrie
Wir Menschen haben ein Postulat der Finanzindustrie bisher vollkommen falsch interpretiert. Der Satz lautet: „Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!“. Es wurde ihnen suggeriert, dass es für SIE arbeiten sollte. Diese Unschärfe wird ihnen zum Verhängnis, da das Geld für andere arbeitet. Der Satz ist wahr. Nur ihre Wahrnehmung ist falsch.

Führt REGIE!
Seien sie nicht frustriert, weil sie sich hilflos fühlen. Energiezustände und Geldtransformationskreisläufe können sich jederzeit ändern. Es liegt an den Regierungen, dies zu veranlassen. Regierungen der Welt: „Führt REGIE!!“

Grüße aus dem Rettungsboot,
Ihr Dietmar Helmer